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auf der Straße gegen Nazis und andere Antisemit_innen.

Transparent DieLinkeNDS

Am 12. September 2009 reihten sich Aktivist_innen des LAK Shalom NDS in den Protest gegen die Demonstration der NPD in Hannover ein.
Bilder der Nazis gibt es hier und hier.
(c) Foto Transparent Die.Linke NDS: Ole Fernholz

Auf dem Klagesmarkt versammelten sich Nazi-Gegner_innen aller Art, von der SPD über die Grünen bis zur KPD, von Kirche über DGB bis zur palästinensischen Gemeinde inklusive Fahnen. Als die Demonstration begann, sammelte sich ein kleiner Block proisraelischer Demonstranten am Ende des Zuges und entrollte Transparente sowie 2 Fahnen des Staates Israels. Es dauerte nicht lange, bis es zu Protesten anderer Demonstrationsteilnehmer_innen kam. „Was soll die scheiß Fahne?“ und „Packt die Fahnen ein!“ sind nur beispielhafte Äußerungen. Auch auf dem weiteren Weg bis zum Rathaus blieb es um die blau-weißen Fahnen herum nicht ruhig. Neben einigen Befürwortungen und Lob gab es auch wieder Kritik. Diesmal lautete die Ansage, dass wir „auf der falschen Demonstration wären“, ein verabscheuungswerter Vergleich Israels mit den Methoden der Nationalsozialist_innen.

Transparten im proisraelischen Block

Wir als LAK Shalom NDS sprechen und ganz klar gegen die Diffamierung proisraelischer Demonstrant_innen aus! Besonders bei Protestveranstaltungen gegen antisemitische, homophobe und geschichtsrevisionistische Gruppen wie der NPD, ist das Mitführen der israelischen Fahne ein unentbehrlicher Akt. Provokationen durch den Vergleich Israels mit dem nationalsozialistischen Deutschland oder auch nur Andeutungen bezüglich dieser Geschichtsverfälschung sind nicht zu akzeptieren.
Auf der Straße und in den Köpfen – gegen jeden Antisemitismus!

„Schürt der Zentralrat der Juden den Antisemitismus in Deutschland?“

folgend ein Beitrag der Israelsolidarischen & Antifaschistischen Gruppe aus Berlin über die Zustände in Hannover:

„Denk ich an die Normailtät hier könn‘t ich Kotzen!…“

So ergeht es zumindest den kritischen Leser_innen der „Hannover Zeitung“. In einem vom 31.Januar 2009 geschriebenen Artikel heißt es:

Es stimmt, das der Holocaust ein Teil der deutschen Geschichte ist und ja, es war ein Verbrechen! Aber dieses Verbrechen wurde vor 60 Jahren begangen und es ist langsam an der Zeit den Toten ihre Ruhe zu gönnen. Das andauernd „Wiederaufleben“ lassen der Erinnerung in einer Form, die eine „Generalschuld“ eines ganzes Volkes bis in die 3, 4, 5 Generation indizieren soll, ist der Sache sicher nicht dienlich. Frau Knobloch sollte sich einmal Fragen, ob sie mit ihren Äußerungen nicht einem neuen Antisemitismus Nahrung gibt.

Aber das war natürlich noch nicht alles. Weiter heißt es in der „Hannover Zeitung“:

Der in Deutschland aufkeimende Antisemitismus basiert zum größten Teil auf Vorurteilen, die entstehen weil sich einige, wenige Persönlichkeiten immer wieder ins Rampenlicht spielen müssen. In einer heute durchgeführten Blitzumfrage bei 147 zufällig ausgewählten Passanten gaben 139 an, das sie kein Mitglied der jüdsichen Gemeinde kennen würden, 6 sagten, das sie glauben ein Mitschüler wäre Jude gewesen, waren sich aber nicht sicher. Zwei gaben an das sie jüdische Arbeitskollegen hätten, waren sich aber auch nicht ganz sicher.

Das sollte uns doch klar vor Augen führen, in Deutschland keine es keine Basis für einen fundierten Antisemitismus, einfach weil die wenigsten Einwohner positive oder negative Erfahrungen in ihrem persönlichen Umfeld machen konnten. Die Vorurteile gegenüber den Juden in Deutschland basieren auf den Aussagen, die von führenden Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in der Öffentlichkeit gemacht werden.

Aha. Soll also heißen, dass wenn mensch keine_n Juden/Jüdin persönlich kennt, dass er/sie dann auch nicht antisemitisch sein kann. Und die Jüdische Gemeinde seie doch selber Schuld an den ganzen Voruteilen gegenüber Juden/Jüdinnen…

Um allen noch die Krone aufzusetzen ein weiterer Absatz:

Es ist traurig aber zu verstehen, das die Überlebenden des Holocaust nicht vergeben können. Trotzdem wäre es manchmal angebracht, wenn sie darüber Nachdenken ob sie mit ihren Aussagen dem Gedenken an dieses Verbrechen dienlich sind. Sicherlich handelt Frau Knobloch nur in der besten Absicht, aber es müsste ihr doch auffallen, das sie mit ihren permanten, kritischen Aussagen einen neuen Antisemitismus heraufbeschwört.

Manchmal ist ein Geste des Vergebens besser um das Andenken an die Geschichte zu erhalten.

Wem um what-tha-hells-name soll denn bitte vergeben werden? Und natürlich wird auch hier wieder erwähnt, dass die Juden/Jüdinnen selber Schuld seien am Antisemitismus.

Das war dann auch schon die offizielle Version des Textes, wie ihr ihn hier nachlesen könnt. Offiziell, weil dieser Artikel einen letzten Absatz nicht beinhaltet, welcher vor ein paar Wochen dort noch zu lesen war. Auf Altermedia, wo der Artikel natürlich viel Zuspruch erhält, gibt es ihn doch noch.

…Stellen sie sich einmal vor das wir uns den ganzen Tag überlegt haben, ob wir diesen Bericht schreiben können, oder ob wir damit in eine antisemitistische Ecke gedrückt werden, in der wir uns als Journalisten nicht sehen. Und das obwohl wir in einem Land leben in dem schon mit Blick auf die Geschichte jeder das Recht haben sollte, seine Meinung frei zu sagen.

Wie weit die freie Meinungsäußerung mit Blick auf die Geschichte bei den Journalist_innen der „Hannover Zeitung“ allerdings geht scheint mehr als fragwürdig.

Erklärung Landesarbeitskeis Shalom Niedersachsen

Erklärung des LAK Shalom zur Kundgebung am 17.Januar – “Solidarität mit Israel” des Aka Göttingen und der Gruppe B17

Wir als Landesarbeitskreis Shalom der Linksjugend [’solid] setzen nun zu dem bereits in die Kritik geratenen Aufruf eine Stellungnahme bei, die unsere Position verdeutlichen soll.
Der Aufruf endete mit dem Satz:

Frieden für Israelis und Palästinenser kann es deshalb erst geben, wenn die Hamas geschlagen ist. Das wird zwar nicht durch diesen Krieg zu erreichen sein, aber auch nicht ohne ihn.

Wir denken, dass dieser Satz in keiner Weise im Konflikt mit dem Programm der Linksjugend steht. Viel mehr geht er darauf ein. Denn im Programm steht geschrieben, dass sich die Linksjugend als antimilitaristischer und sozialistischer Jugendverband gegen Krieg und für eine friedliche Konfliktlösung stellt. Nichts anderes ist aus dem Aufruf herauszulesen.
Uns war wichtig den Krieg im Nahen Osten nicht nur einseitig zu betrachten, eine objektive Darstellung zu unterstützen und so auch auf die Aktionen vom Aka Göttingen und B17 als prozionistische Organisationen hinzuweisen. Die letzten Zeilen des Textes sind aussagekräftig, bieten aber wenig Interpretationsbasis. Beständiges Hauptziel ist und bleibt der Frieden zwischen Palästinensern und Israelis.
Um die komplexe Situation im Nahen Osten genau zu erfassen, ist es wichtig sich tief mit der Thematik auseinanderzusetzen. Als Landesarbeitskreis haben wir dies getan und kamen, nachdem wir uns mit dem Aufruf auseinander gesetzt hatten, zu dem Entschluss, dass wir die Kundgebung als „verständigend“ betrachten und uns somit auf eine Publikation des Textes einlassen konnten. Natürlich ist die Problematik schwierig und es wird vielleicht auch nicht das richtige Fachtermini benutzt, doch ist zu sagen, dass wir nicht vom Jugendverband abrutschen und uns nicht vom Programm entfernten. Wir handelten nach einer antimilitaristischen Grundmaxime, die allerdings in Anbetracht der Ereignisse der „Operation Gegossenes Blei“ erweitert werden musste.

Die israelische Regierung handelte völkerrechtskonform.

Das ist die vorerst einzige Feststellung die wir as Landesarbeitskreis zur „Operation Gegossenes Blei“ abgeben werden. Weitere Stellungnahmen sind auf der Seite des BAK Shalom zu lesen.
Der LAK Shalom Niedersachsen hat sich keines Vergehens schuldig gemacht. Unser Ziel ist der Frieden im Nahen Osten, welches wir mit dieser Stellungnahme genau festlegen! Frieden für Israel und Palästina und die Tilgung jeglicher Spur von Antisemitismus, nur so kann eine wirkliche Lösung aussehen.

Stellungnahme BAK Shalom Nummer 1
Stellungnahme BAK Shalom Nummer 2