Diskussionsveranstaltung in Hannover

Vom Antisemitismus und seiner Aktualität in der bürgerlichen Gesellschaft
Diskussionsveranstaltung in Hannover im UJZ Korn (Kornstr. 28-30, Hannover/Nordstadt) am Mo. 29. Juni 2009, 20 Uhr

Offen antisemitische Parolen sind regelmäßig auf jüdischen Friedhöfen, auf Gemeindezentren und zuhauf in diversen Internet-Foren zu finden; zuweilen gibt es auch tätliche Angriffe auf Juden. Die meisten Leute aber, die als Nachbarn lieber alle außer Juden hätten, greifen eher selten zu Sprühdose und Messer – und machen doch dieselben theoretischen Fehler wie ihre tatkräftigen Gesinnungsgenossen: Geld regiere die Welt und wer mit dem Geld gut kann, das dürfe man ja schon gar nicht mehr laut sagen.

Dass diese Ansicht wenig mit der Realität zu tun hat und im Bezug auf „das Jüdische“ gar nichts, ist eine Sache. Sie taucht nichtsdestotrotz im Bewusstsein von massenhaft Menschen als selbstverständliche Tatsache auf. In diesem Vortrag wird Antisemitismus unter kapitalistischen Produktionsbedingungen und in der bürgerlichen Gesellschaft analysiert: Dabei geht es um jene Vorstellung vom Geld, die es als das Übel schlechthin im Kapitalismus charakterisiert. Und darum, wozu der durchschnittliche Nationalist von nebenan genauso wie die aufgeklärte linksliberale Verfassungspatriotin Ja! sagen und was das mit Antisemitismus zu tun hat.

Rechte wie linke Ausprägungen des Antisemitismus sind gemeint, wobei letzterer, meist in Form von Antizionismus, sich besonders hartnäckig hält: In der Überzeugung, mit den Unterdrückten (hier: Palästinensern) automatisch auf der richtigen Seite zu stehen, macht man sich zum Feind kritischen Denkens.