„Schürt der Zentralrat der Juden den Antisemitismus in Deutschland?“

folgend ein Beitrag der Israelsolidarischen & Antifaschistischen Gruppe aus Berlin über die Zustände in Hannover:

„Denk ich an die Normailtät hier könn‘t ich Kotzen!…“

So ergeht es zumindest den kritischen Leser_innen der „Hannover Zeitung“. In einem vom 31.Januar 2009 geschriebenen Artikel heißt es:

Es stimmt, das der Holocaust ein Teil der deutschen Geschichte ist und ja, es war ein Verbrechen! Aber dieses Verbrechen wurde vor 60 Jahren begangen und es ist langsam an der Zeit den Toten ihre Ruhe zu gönnen. Das andauernd „Wiederaufleben“ lassen der Erinnerung in einer Form, die eine „Generalschuld“ eines ganzes Volkes bis in die 3, 4, 5 Generation indizieren soll, ist der Sache sicher nicht dienlich. Frau Knobloch sollte sich einmal Fragen, ob sie mit ihren Äußerungen nicht einem neuen Antisemitismus Nahrung gibt.

Aber das war natürlich noch nicht alles. Weiter heißt es in der „Hannover Zeitung“:

Der in Deutschland aufkeimende Antisemitismus basiert zum größten Teil auf Vorurteilen, die entstehen weil sich einige, wenige Persönlichkeiten immer wieder ins Rampenlicht spielen müssen. In einer heute durchgeführten Blitzumfrage bei 147 zufällig ausgewählten Passanten gaben 139 an, das sie kein Mitglied der jüdsichen Gemeinde kennen würden, 6 sagten, das sie glauben ein Mitschüler wäre Jude gewesen, waren sich aber nicht sicher. Zwei gaben an das sie jüdische Arbeitskollegen hätten, waren sich aber auch nicht ganz sicher.

Das sollte uns doch klar vor Augen führen, in Deutschland keine es keine Basis für einen fundierten Antisemitismus, einfach weil die wenigsten Einwohner positive oder negative Erfahrungen in ihrem persönlichen Umfeld machen konnten. Die Vorurteile gegenüber den Juden in Deutschland basieren auf den Aussagen, die von führenden Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in der Öffentlichkeit gemacht werden.

Aha. Soll also heißen, dass wenn mensch keine_n Juden/Jüdin persönlich kennt, dass er/sie dann auch nicht antisemitisch sein kann. Und die Jüdische Gemeinde seie doch selber Schuld an den ganzen Voruteilen gegenüber Juden/Jüdinnen…

Um allen noch die Krone aufzusetzen ein weiterer Absatz:

Es ist traurig aber zu verstehen, das die Überlebenden des Holocaust nicht vergeben können. Trotzdem wäre es manchmal angebracht, wenn sie darüber Nachdenken ob sie mit ihren Aussagen dem Gedenken an dieses Verbrechen dienlich sind. Sicherlich handelt Frau Knobloch nur in der besten Absicht, aber es müsste ihr doch auffallen, das sie mit ihren permanten, kritischen Aussagen einen neuen Antisemitismus heraufbeschwört.

Manchmal ist ein Geste des Vergebens besser um das Andenken an die Geschichte zu erhalten.

Wem um what-tha-hells-name soll denn bitte vergeben werden? Und natürlich wird auch hier wieder erwähnt, dass die Juden/Jüdinnen selber Schuld seien am Antisemitismus.

Das war dann auch schon die offizielle Version des Textes, wie ihr ihn hier nachlesen könnt. Offiziell, weil dieser Artikel einen letzten Absatz nicht beinhaltet, welcher vor ein paar Wochen dort noch zu lesen war. Auf Altermedia, wo der Artikel natürlich viel Zuspruch erhält, gibt es ihn doch noch.

…Stellen sie sich einmal vor das wir uns den ganzen Tag überlegt haben, ob wir diesen Bericht schreiben können, oder ob wir damit in eine antisemitistische Ecke gedrückt werden, in der wir uns als Journalisten nicht sehen. Und das obwohl wir in einem Land leben in dem schon mit Blick auf die Geschichte jeder das Recht haben sollte, seine Meinung frei zu sagen.

Wie weit die freie Meinungsäußerung mit Blick auf die Geschichte bei den Journalist_innen der „Hannover Zeitung“ allerdings geht scheint mehr als fragwürdig.